"Obst-Lehrgarten" eröffnet

27.04.2021 - 15:34

Obst-Lehrgarten lädt zum Verweilen ein

Ministerin Ursula Heinen-Esser, hier mit Firmenchef Peter van Nahmen, hat den Außertermin in Hamminkeln sichtlich genossen und den neuen Obst-Lehrgarten an der Diersfordter Straße eingeweiht

Safthersteller van Nahmen hat ein Schmuckstück am Hamminkelner Ortseingang geschaffen. Ministerin Heinen-Esser kam zur Eröffnung.

VON THOMAS HESSE

HAMMINKELN | Es war, als hätte der Himmel auf frühlingshafte Art und Weise Regie geführt. Die ersten Obstbäume vor der Produktionsstätte des Hamminkelner Saftherstellers van Nahmen an der Diersfordter Straße blühen auf sattgrüner Wiese. Ein paar wattige Wolken ziehen am blauen Himmel vorbei. Die Sonne scheint, als wolle sie diesen Moment mitfeiern und wärmt die Festgäste auf angenehmste Art. So viel Frühling auf einen Schlag war der passende Rahmen zur Einweihung des Obst-Lehrgartens mit derzeit 25 Bäumen alter und seltener Obst- und Apfelsorten.

NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser als Festgast wird gerne bei diesem Außentermin in Hamminkeln gewesen sein. Gelassener und sonnenverwöhnter geht kaum. Daran kann auch die Allgemeinheit teilhaben. Der Obst-Lehrgarten mit lehrreichen Info-Tafeln und das picknickgeeignete Mobiliar ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Blühstreifen unter den Bäumen machen ihn noch schöner.

Geschäftsführer Peter van Nahmen berichtete, dass man die Corona-Zeit mit ihren Beschränkungen genutzt habe, um den Lehrgarten zu schaffen. Das stilsicher angelegte Areal ist ein Spiegelbild alter Kulturlandschaft mit Obstbaumbestand. Das von Planern oft gerne im Mund geführte Wort „Aufenthaltsqualität“ trifft hier zu.

„Unsere Idee war es, die Streuobstwiese als Erlebnisraum zu gestalten, zugleich mit alten Sorten aktiv etwas für den Umweltschutz und die Natur zu tun. Wir wollen informieren, sensibilisieren und erlebbar machen “, sagte der Chef des mehrfach preisgekrönten Kelterei. Man habe 25 teils typische rheinische Sorten – vom Dülmener Rosenapfel bis zur Roten Sternrenette oder den Klassiker Kaiser-Wilhelm-Apfel – gepflanzt. Rheinischer Winterrambur und die Rote Bergamotte bis hin zur Hauszwetschge und der Mirabelle von Nancy gehören ebenfalls zur Hamminkelner Artenvielfalt.

So ist ein kleines Biotop Streuobstwiese mit ihren zugehörigen Lebewesen entstanden. Der Obst-Lehrgarten hat nicht nur das Zeug zum kleinen Paradies, sondern auch zum beliebten kleinen Naherholungsgebiet, in dem das Verweilen Freude bereitet.

Schon während des frühlingshaften Einweihungstages war es ein Genuss, dort auf Bänken und an dem großen Tisch zu sitzen. Zumal die Apfelbäume blühten und trotz der Kühle der vergangenen Tage keine Frostschäden gezeigt hatten.

Peter van Nahmen versteht den Obst-Lehrgarten auch als Landschaftsmuseum, in dem Eltern oder Lehrer den Kindern die „Lebensgemeinschaft Streuobstwiese“ veranschaulichen können.

Heinen-Esser lobte nicht nur das Werk, sondern erinnerte auch daran, dass Säfte von van Nahmen im Düsseldorfer Umwelt- und Landwirtschaftsministerium ausgeschenkt werden. Neben dem ökologischen Aspekt betonte sie auch die Bedeutung der Regionalvermarktung von Landwirtschaft und örtlichen Herstellern sowie den Wert der traditionellen Streuobstwiesen. Die, so Peter van Nahmen, gibt es aber kaum noch. Deshalb und um den Nachschub alter Apfelsorten zu erhalten, ist er seit langem aktiv. Im vergangenen Jahr hat er 973 hochstämmige Bäume an Partner vergeben. Dadurch sind zehn Hektar Streuobstwiesen entstanden. In den vergangenen 25 Jahren wurden auf diese Art 15.000 Bäume mit Partnern gepflanzt. Damit wurde auch bedrohtes Wissen, zum Beispiel über den unerlässlichen Baumschnitt, sozusagen fortgepflanzt, den der Erhalt von Streuobstwiesen braucht. Der neue Obst-Lehrgarten ist auf seine Art Teil dieses Projekts.